Labnet: CFP: Heruntergewirtschaftet. Die traurige Bilanz der DDR-Oekonomie - Berlin 02/09

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Fri Jan 23 09:21:06 CET 2009


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From:    Johannes Beleites <johannes.beleites at gmx.de>
CFP: Heruntergewirtschaftet. Die traurige Bilanz der DDR-Ökonomie - Berlin 02/09
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Horch und Guck. Zeitschrift zur kritischen Aufarbeitung der SED-Diktatur
15.02.2009, Berlin
Deadline: 15.02.2009

HORCH UND GUCK, Heft 64 (2/2009)
call for papers - Weiterverbreitung ausdrücklich erwünscht

Termine:
15. Februar 2009 - Abstracts
15. April 2009 - Redaktionsschluss
27. April 2009 - Anzeigenschluss
1. Juni 2009 - Erscheinungsdatum


HERUNTERGEWIRTSCHAFTET.
Die traurige Bilanz der DDR-Ökonomie

Die Redaktion der Zeitschrift HORCH UND GUCK lädt für ihr am 1. Juni 2009 erscheinendes Heft 64 (2/2009) ein zu Beiträgen zum Thema: 

Heruntergewirtschaftet. Die traurige Bilanz der DDR-Ökonomie.

Je länger der Untergang der DDR zurück liegt, desto stärker wird das verklärende Bild eines sozialen Märchenlands, in dem alle Menschen Arbeit hatten und sich niemand Sorgen machen musste, unter das Existenzminimum zu rutschen - etwas ärmer, aber gerechter. Auf die wirtschaftliche Bilanz am Ende des SED-Staates sieht man dabei nicht mehr so genau, zumal die Zahlen der Verschuldung vergleichsweise harmlos klingen. Heutzutage ist das Land Berlin stärker verschuldet als weiland die DDR. 

Weitgehend vergessen scheint aber der Zustand der DDR-Wirtschaft. Allein die Infrastruktur war vollkommen verschlissen: Das Telefonnetz war völlig veraltet, Straßen- und Schienennetz waren marode. Der Zustand der meisten Betriebe war kaum besser. Investitionen erfolgten kaum noch - mit Ausnahme der Transit-Strecken in die Bundesrepublik, deren Ausbau vom Westen finanziert wurde. 

Die Redaktion von HORCH UND GUCK ist interessiert an Beiträgen, die sich mit diesem Themenkreis befassen, den speziellen Bedingungen der Wirtschaft in der DDR, dem System der Planwirtschaft, den Ursachen und Folgen der Mangelwirtschaft. Aber auch spezielle Bereiche des Wirtschaftssystems können in diesem Heft thematisiert werden,
beispielsweise der "Bereich Kommerzielle Koordinierung" (KoKo) des DDR-Außenhandelsministeriums sowie die damit verbundenen Handelssysteme Intershop, Genex und die Kunst- und Antiquitäten GmbH der DDR. Welche ökonomische Bedeutung hatten der Arbeitseinsatz Strafgefangener oder auch der Häftlingsfreikauf durch die Bundesrepublik? 

Welche Rolle spielten die Blockaden und Komplikationen im Interagieren von Staats- und Partei-Funktionären im Wirtschaftsbereich, etwa zwischen dem ZK-Sekretariat für Wirtschaftsfragen, staatlicher Plankommission und den vielen Industrieministerien der DDR? Wie war das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Staatssicherheitsdienst, welche Funktion hatte in diesem Geflecht die für "Absicherung der Volkswirtschaft" zuständige
Hauptabteilung XVIII des MfS? Wirtschafteten Stasi und SED im Geflecht ihrer eigenen Firmen und Betriebe anders - gar besser - als die übrige staatlich gelenkte Volkswirtschaft? 

Mancher Direktor eines Volkseigenen Betriebes schlug eigene Wege ein, um wirtschaftlicher arbeiten zu können - wobei ihm jederzeit Strafverfolgung wegen Wirtschaftsdelikten drohte. Häufig führte das MfS derartige Strafverfahren. Welche eigenen Interessen verfolgte das MfS in diesem Zusammenhang und welchen Umfang hatte die Verfolgung von Wirtschaftsdelikten?

Aber auch der Bereich privater Firmen und Betriebe ist von Interesse. Wie lange konnten sich Privatunternehmen halten, wann und unter welchen Umständen erfolgte ihre Enteignung und Verstaatlichung und welche volkswirtschaftlichen Auswirkungen hatte dieser Prozess? Welche Betriebe konnten privat weitergeführt werden und unter welchen Umständen? 

Und auch die Landwirtschaft war Teil der Planwirtschaft der DDR, gar ein sehr sensibler gemessen an der Verbundenheit der Bauern zum eigenen Grund, der schnellen Widerspiegelung landwirtschaftlicher Krisen in der Lebensmittelversorgung und der unter großem Druck seitens der SED durchgesetzten Kollektivierung. 

Nicht zuletzt gilt es nach der Rolle der Gewerkschaften und typischer gewerkschaftlicher Aktivitäten im "Arbeiter- und Bauernstaat" DDR zu fragen: Gab es - abgesehen vom 16./17. Juni 1953 Streiks zur Durchsetzung sozialer, wirtschaftlicher oder politischer Ziele der
Beschäftigten? Gab es auch andere, unauffälligere Formen resistenten Verhaltens in den Betrieben?

Im zwanzigsten Jahr nach der Friedlichen Revolution stellt sich ganz besonders die Frage nach dem Faktor Wirtschaft für die Revolution von 1989/90. Kam die Revolution dem Zusammenbruch aus ökonomischen Gründen lediglich knapp zuvor?

Horch und Guck widmet sich im am 1. Juni 2009 erscheinenden Heft 64 (2/2009) diesem Themenfeld als Schwerpunkt. Die Redaktion ist interessiert an Beiträgen im Umfang von etwa 20.000 Zeichen sowie an Fotos, Illustrationen, Dokumenten oder sonstigen Fundstücken. Gleichfalls ist die Redaktion der "Zeitschrift zur kritischen Aufarbeitung der SED-Diktatur" - so der Untertitel von Horch und Guck - an weiteren Beiträgen im Themenfeld der Zeitschrift interessiert.  

Bitte schicken Sie Abstracts mit einer Länge von ca. 1.000 Zeichen bis zum 15. Februar 2009 an die Redaktion. Redaktionsschluss für diese Ausgabe ist der 15. April 2009. 

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Johannes Beleites
Horch und Guck, Winsstr. 60, 10405 Berlin
info at horch-und-guck.info 
Homepage <www.horch-und-guck.info> 

URL zur Zitation dieses Beitrages
<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=10697> 







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