Labnet: Conf. Ann: Soziale Sicherungssysteme und demographische
Wechsellagen in historisch-vergleichender Perspektive - Berlin 11/08
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Wed Oct 29 09:43:32 CET 2008
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Conf. Ann: Soziale Sicherungssysteme und demographische Wechsellagen in historisch-vergleichender Perspektive: 16. bis 21. Jahrhundert - Berlin 11/08
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Arbeitskreis Historische Demographie der Deutschen Gesellschaft für Demographie und FernUniversität Hagen, Berlin
14.11.2008, Humboldt-Universität Berlin/FernUniversität Hagen Berliner Fernstudienzentrum Ziegelstraße 10, 10117 Berlin (Mitte), Nähe U-Bahn Oranienburger Tor, S-Bahn Oranienburger Str., S- und U-Bahn Friedrichstr.
Soziale Sicherungssysteme und demographische Wechsellagen in historisch-vergleichender Perspektive: 16. bis 21. Jahrhundert
Die gegenwärtige Diskussion über die Zukunft der sozialen Sicherung steht im Zeichen düsterer Prognosen, wonach uns in den kommenden Jahrzehnten die Überalterung ("Rentner-Tsunami") innerhalb einer kinderlosen Gesellschaft und der Zusammenbruch der Sozialversicherung (insbesondere der Alterssicherung) bevorstehen. Aus historischer Sicht sind solche katastrophischen Szenarien jedoch eher skeptisch zu beurteilen. Denn auch wenn ein hoher Altenanteil (Menschen über 60/Gesamtbevölkerung) von 20 Prozent und mehr eine neuartige Erfahrung ist, so war doch in früheren Jahrhunderten die demographische "Belastung" der Gesellschaft schon durch den hohen Kinderanteil (unter
15 Jahren), der bis zu 35-40 Prozent betragen konnte (zum Vergleich: 15 Prozent im Jahre 2000), nicht geringer, sondern oft deutlich höher als heute (oder in seriös absehbarer Zukunft). Trotzdem sind frühere Gesellschaften unter dieser Last nicht zusammengebrochen, obwohl sie weit weniger zu verteilen hatten. Die ökonomische Tragfähigkeit einer Gesellschaft hängt eben nicht nur von der Altersstruktur der Bevölkerung ab, sondern auch von anderen Faktoren wie der Struktur des Arbeitsmarktes (vor allem: Erwerbsbeteiligung von Frauen) und der politischen Ökonomie der sozialen Sicherung (namentlich: Höhe der Transferleistungen und Umfang der Einkommensumschichtung).
Die Tagung soll dazu dienen, solche Fragen nach dem Wechselspiel von Bevölkerung, Beschäftigung, Einkommen und sozialer Sicherung in einer langfristigen und vergleichenden Perspektive zu diskutieren. Sie schließt an eine erste Tagung zum selben Thema an, die im November 2007 in Wien stattfand. Ging es dort vornehmlich um exemplarische Fallstudien (z.B. Kriegsbeschädigtenversorgung in Österreich 1915-23 oder die Hintergründe des Gesetzes zum Elterngeld), so sollen in der zweiten Runde auch längerfristige Trends im internationalen Vergleich in den Blick genommen werden. Unser Ziel ist es, den gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussionen über die Zukunft der sozialen Sicherung ein breiteres historisches Fundament zu verschaffen und dadurch (so ware zu hoffen) auch zur Versachlichung der politischen Debatte beizutragen.
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14.30 Begrüßung
14.45 Thomas Sokoll (Hagen): Public welfare provision, social inequality and demographic change: England, 1600-2000
15.30 Lionel Kesztenbaum (Paris): Pensions or savings? Ageing in France at the turn of the century
16.15 Georg Fertig (Münster): Lebenszyklus, Alterssparen und Familie in der liberalen Marktgesellschaft des 19. Jahrhunderts: ein ländliches Beispiel
17.00 Kaffeepause
17.15 Christina May (Göttingen): Rentenberg und Alterslast. Die diskursive Verhandlung demographischer Zukunftsszenarien in modernen Wohlfahrtsstaaten seit 1950
18.00 Gerd Hardach (Berlin): Die Stabilisierung des Lebenseinkommens in einer alternden Gesellschaft
18.45 Mitgliedersitzung AKHD
19.30 Abendessen
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Inhaltliche Organisation der Tagung:
Prof. Dr. Thomas Sokoll
FernUniversität Historisches Institut
Universitätsstr. 21
58084 Hagen
Tel. +49 (0)2331 987 2123
Fax +49 (0)2331 987 4393
thomas.sokoll at fernuni-hagen.de
URL zur Zitation dieses Beitrages
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=10219
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