Labnet: Conf. Ann: Ideologie und Lebensalltag. Vom Kitt des DDR-Systems - Berlin 04/08

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Mon Apr 7 09:04:48 CEST 2008


[Cross-posted, with thanks, from H-Soz-u-Kult. AB]

From:    Ulrike Poppe <Poppe at eaberlin.de>

Evangelische Akademie zu Berlin
Ulrike Poppe

Bundeszentrale für Politische Bildung
Dr. Ronald Hirschfeld, Berlin
25.04.2008-27.04.2008, Evangelische Bildungsstätte auf Schwanenwerder
Deadline: 21.04.2008

Ideologie und Lebensalltag
Vom Kitt des DDR-Systems
25. bis 27. April 2008
Evangelische Bildungsstätte auf Schwanenwerder

Trotz unübersehbarer wirtschaftlicher, ökologischer und politischer Mängel wurde das politisch - gesellschaftliche System in der DDR von vielen ihrer Bürger als das "bessere" gegenüber der Bundesrepublik angesehen. Ein Teil der Bevölkerung hat dieses System unterstützt, ein noch größerer Teil hat es billigend in Kauf genommen. Überzeugungen, geformt aus linker Tradition, Propaganda und einseitiger Informationspolitik, utopischen Weltbildern, preußischem Untertanengeist, aber auch aus den Erfahrungen sich verbessernder Lebensbedingungen und sozialer Sicherheit haben viele, durchaus auch staatskritische Menschen an den "Sieg des Sozialismus" glauben lassen.
Die kommunistische Ideologie verhieß umfassende Gerechtigkeit. Die Hoffnung darauf ließ die Freiheit zur Idee einer kleinen Minderheit werden. Auf der Tagung soll untersucht werden, wie die realsozialistische Lebenswirklichkeit in Hinblick auf ihren ideologischen Anspruch, der Kommunismus könne die soziale Frage grundsätzlich lösen, wahrgenommen und bewertet wurde. Was waren also die entscheidenden Bindekräfte im
realsozialistischen System, weshalb Menschen die fehlende Freiheit in Kauf nahmen? Wie werden die "sozialistischen Errungenschaften" heute bewertet? Ein Blick auf die sozialpolitische Realität hinter den Fassaden aus Demagogie und Sehnsucht soll dazu beitragen, die "Errungenschaften" des Sozialismus differenziert und unideologisch zu beurteilen. Dies wird uns zu der Frage führen, warum der Systemwiderstand nach 1953 relativ schwach war und wodurch sich 1989 eine Bevölkerungsmehrheit veranlasst sah, dem DDR-System jede Legitimation abzusprechen und damit das Ende des deutschen Versuches einen real existierenden Sozialismus einzuläuten. 


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Freitag, den 25. April 2008

17.00 Uhr	Anmeldung
18.00 Uhr	Abendessen

19.00 Uhr	Begrüßung und Einführung in die Tagung
	Ulrike Poppe, Evangelische Akademie zu Berlin
	Ronald Hirschfeld, Bundeszentrale für politische Bildung

19.30 Uhr	Ideologie und die Kraft des Glaubens
Integration und politische Religion
	Dr. Ehrhart Neubert, Theologe, Erfurt

Ende gegen 22.00 Uhr

Sonnabend, den 26. April 2008

09.00 Uhr	"Mit uns zieht die neue Zeit..."
	Hoffnungen in Ostdeutschland auf eine bessere Gesellschaft
Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Historiker, Potsdam

10.00 Uhr	"Das bessere Deutschland..." 
	Antifaschismus als Legitimationsressource		
Dr. Christoph Classen, Historiker, Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam

10.45 Uhr	Kaffeepause

11.15 Uhr	Außenseiter und Integrierte 
	Identifikatorische Sinnbildungen in der DDR 
	Dr. Thomas Ahbe, Sozialwissenschaftler und Publizist, Leipzig

12.15 Uhr	Mittagessen

14.00 Uhr	Kaffeepause

14.30 Uhr	Im Wettlauf mit dem Westen: Arbeit, Bildung, Familie und Gesundheit 
Mythos und Wirklichkeit der "Errungenschaften des real existierenden Sozialismus"
Dr. Stefan Wolle, Historiker, Berlin/Frankfurt/O
Tatjana Böhm, Mitautorin der "Sozialcharta" des Runden Tisches, Potsdam


16.00 Uhr	Kaffeepause

16.30 Uhr	Trotz alledem das bessere System?
Linke Überzeugungen, Sektierertum und Dissidenz in der DDR
	Wolfgang Templin, Philosoph und Publizist, Berlin

17.30 Uhr	Einstellungswandel bei der 2. Generation DDR
	Analysen des Instituts für Jugendforschung Leipzig
	Prof. Dr. Hendrik Berth, Dipl.-Psychologe, Dresden

18.30 Uhr	Abendessen

20.00 Uhr	Wort und Bild als Waffe der Partei
	Propaganda in den DDR-Medien 
	Christian Boos, Historiker, Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin 

Anschl.:	Multimedia-Show, zusammengestellt von Dr. Ronald Hirschfeld


Sonntag, den 27. April 2008

09.15 Uhr	Andacht
09.45 Uhr	Pause

10.00 Uhr	Über das Fortleben der DDR im vereinigten Deutschland
Wertvorstellungen und politische Orientierungen 
Dr.Thomas Ahbe, Sozialwissenschaftler und Publizist, Leipzig

10.45 Uhr	Pause

11.00 Uhr	PODIUM
Was ist geblieben von der sozialistischen Idee?
Dr. Edelbert Richter, MdB a.D., MEP a.D., Lehrbeauftragter für Philosophie an der Bauhaus-Universität Weimar
Prof. Dr. Richard Schröder, Theologe, Humboldt-Universität Berlin
Dr. Martina Weyrauch, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam
	Moderation: Ulrike Poppe

12.00 Uhr	Tagungsreflexion

12.30 Uhr	Mittagessen und Ende der Tagung 


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Tagungssekretariat
Belinda Elter
Evangelische Akademie zu Berlin
Charlottenstraße 53/54, 10117 Berlin
Tel.: (030) 203 55 - 411
Während der Tagung: (0151) 18 60 60 38 
Fax: (030) 203 55 - 550
E-Mail: elter at eaberlin.de
Internet: www.eaberlin.de


Homepage <www.eaberlin.de>

URL zur Zitation dieses Beitrages
<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=9030>

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